Was macht uns so unzufrieden? Warum rennen wir alle dem hinterher, was wir sowieso niemals bekommen? Dem, was uns kaputt macht, uns nicht zu schätzen weiß? Warum erscheint uns alles als schlecht, lästig und nervig und vor allem: Warum übersehen wir so viel?
Der Mensch kommt mit geschlossenen Augen auf die Welt. Und im Laufe unseres Lebens erwarten uns Milliarden von Eindrücken, von denen wir die Wenigsten überhaupt wirklich wahrnehmen. Und wenn wir sterben, verschließt sich unser Blick auf die Welt mit dem zuschlagenden Cover unseres Buches des Lebens. Doch mir kommt es so vor, als würden viele Menschen ihr Leben lang weiter mit geschlossenen Augen herumrennen. Warum ist das so?
Wir Menschen werden programmiert. Uns wird eingeprügelt, dass wir zu arbeiten haben. Dass wir nach einem System zu leben haben, dass strikt vorsieht, dass jeder irgendwann unbrauchbar wird und dann in Ruhe stirbt. Dass wir Morgens aufstehen, um zu funktionieren und Abends schlafen gehen, um am nächsten Tag wieder zu funktionieren und so weiter und so fort. Und dabei übersehen wir das, was dem Leben wirklich Farbe gibt.
Die Perfektion, nach der wir streben, definiert sich nicht in dem, was uns als perfekt vorgesetzt wird, sondern in der Erscheinung eines jeden selbst. In der Schönheit der Dinge und in der Farbe des individuellen Erlebens. So ist es nicht der Sinn des Lebens, der Perfektion nachzustreben oder sie am Ende sogar wirklich erreichen zu wollen und er besteht auch keineswegs daraus, sein Leben lang zu arbeiten, bis man stirbt. Der Sinn des Lebens besteht darin, mit der Welt in Einklang zu kommen. Die Augen zu öffnen und das zu erkennen, was dieses Universum definiert. Denn es definiert sich nicht als ein großes Bild, sondern durch Milliarden und Abermilliarden kleine Teile. Die kleinen Dinge bestimmen unser gesamtes Leben und Erleben, doch das Meiste davon filtern wir heraus und leben in einem Einheitsbrei aus Grau und Grau. Wir halten nicht mehr an, um die Kunst der Natur zu betrachten. Wir lauschen nicht mehr dem Lied im Wind und spüren nicht mehr den Atem unserer Erde auf der Haut. Für uns hat das keinen Nutzen, also ist es nicht wichtig genug, um es zu erhalten oder gar zu genießen. Dabei definieren sie uns und alles, was lebt und fühlt. Es sind die kleinen Dinge, die zu genießen es sich lohnt. Sie bringen uns Ruhe, durch sie finden wir zu uns selbst zurück und sie lassen die Welt weniger grau und düster erscheinen, weniger groß und alles verschlingend. Und dies ist der Sinn des Lebens. Zu erkennen, dass das Leben nicht aus Perfektion, sondern die Perfektion aus dem Erleben besteht. Dass wir nicht nach Perfektion streben müssen, weil sie uns von Geburt an innewohnt und uns umgibt, vom ersten bis zum letzten Atemzug. In Schrift, Wort, Bild, Natur, Gefühl und von Mensch zu Mensch so gleichsam anders.
Doch was bringt uns das, wenn wir blind sind? Und selbst ein Blinder mehr erlebt, als wir es tun? Was bringt uns unser Streben und unsere Anstrengung, wenn wir nicht genießen können? Und so verlaufen wir uns in einem großen, leeren Labyrinth auf der Suche, nach dem, was uns definiert und vergessen, dass es ständig um uns herum existiert. Denn wenn wir mal genau darüber nachdenken, sind wir selbst nichts weiter als kleine Dinge in einem großen, fühlenden Organismus namens Universum.
Ein paar kleine Eindrücke aus meiner kleinen Welt. Aus meinem kleinen Kopf. Aus meinem Erleben dieses Universums. Alles kleine Dinge, die wir nicht mehr sehen, weil sie für uns schon selbstverständlich sind. Das Untergehen der Sonne, das Erwachen der Natur, Lebewesen um uns herum. Kleine Brotkrumen auf unserem Pfad der Erkenntnis. Doch gerade diese Dinge definieren die Perfektion, die wir nie erreichen können, weil wir blind sind für das, was wir vergessen haben und nebenbei trotz allem suchen. Ironisch, nicht wahr?
Ich hoffe, ich konnte euch heute wieder etwas mitgeben. Zugegeben, dieser Post ist recht kurz geworden aber es bedarf nicht vieler Worte um zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Lasst es euch mal durch den Kopf gehen. Danke für's Lesen.
- Maexwell -






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