Ich frage mich gerade, ob ich mich vorstellen soll. Aber sicher haben sie sowieso in den Nachrichten von mir gehört oder in ihrem Alltagstrott irgendwelche Hetzartikel in ihrer Tageszeitung gelesen. Und ich sitze ihnen gegenüber, was den Fakt, dass sie mich kennen, noch unterstützt. Trotzdem nenne ich aus Anstand meinen Namen.
Ich heiße Timo Steiger und ich morde schon, seitdem ich denken kann. Mit fünf Jahren habe ich meine Katze im Klo ertränkt. Habe sie reingesetzt, den Deckel geschlossen, mich draufgehockt und immer wieder gespült. Wen hätte es auch gejuckt? Meine Eltern hatten sowieso nie vor, sich um ihr Blag zu kümmern und so gaben sie mir alle Freiheit, die ich brauchte, um mich auszudrücken. Wenn man es so sieht waren sie wohl die verständnissvollsten Menschen der Welt. Sie haben mir nie Vorwürfe gemacht und keine Grenzen gezogen zwischen mir und der Welt. Sie zogen sowieso keine Grenzen. Sie zogen höchstens Koks oder Heroin. Meth, Mescalin, Pilze...fuck, habe ich sie jemals nüchtern gesehen? Immer, wenn ich sie zu Gesicht bekam, hatten sie entweder Nasenbluten oder eine Nadel im Arm. Was sollten sie auch sonst mit den Millionen tun, die sie von meiner Großmutter geerbt hatten? Nur mein Onkel und meine Tante kümmerte es. Aber sie ahnten ja nicht, was für ein Kind sie da großzogen.
Diese süßen, blauen Augen und die vollen, schwarzen Haare...meine weiße Haut und die Grübchen beim Grinsen haben mich schon immer unschuldig aussehen lassen. Und das tun sie heute, sechzehn Jahre später, noch immer. Die Leute sehen mich auf der Straße und würden mich nie für einen Killer halten. Scheiße man, die ganzen Weiber die ich gevögelt habe, seitdem ich vierzehn war, waren alle in mich verknallt. Dazu muss ich aber gestehen, dass Sex mir keinen Kick gibt. Klar, es ist angenehm, eine Frau zu spüren. Vor allem beim ersten Mal. Aber...es fehlt an Würze, wissen sie? Wenn ich sie so ansehe, wird mir klar, dass sie genau wissen, was ich meine. Oder ist das dieses generische Ärztenicken? "Aha, mhm, ja, ich verstehe." Aber gut, zurück zum Thema.
Ich habe die Gefühle anderer Menschen nie verstanden. Empathie war für mich immer gleich dem Wahnsinn, den man mir nachsagt. Aber kommen wir später dazu, bleiben wir noch ein wenig bei Onkel, Tante, Kuchen und Kaffee. Wenn ich mich nicht mit irgendwelchen Büchern über Anatomie oder die Gräueltaten anderer Künstler beschäftigte oder meine Eltern in ihrem Rausch analysierte, war ich bei ihnen und ich muss sagen, dass sie mir sehr dabei geholfen haben, der Mensch zu werden, der ich heute bin. Durch sie habe ich sehr früh gelernt, mich zu verstellen und den Anschein eines normalen Kindes zu erwecken. "Ja, Tante Greta, ich möchte gern noch ein Eis!" du dumme minderbemittelte Fotze. "Aber natürlich möchte ich in den Zoo mit dir, Onkel Maik." und hoffentlich kriegen die Tiger heute Lebendfutter. Man spricht ja immer von diesen Wunderkindern, die mit drei Jahren Vivaldi im Staub stehen lassen. Ich bin auch so eines, aber von der anderen Sorte. Ich hatte schon immer einen Sinn für das Ungewöhnliche und eignete mir die Verhaltensweisen anderer Menschen schnell an. Und ich würde mich durchaus als hyperintelligent bezeichnen. Immerhin konnte ich mit sechs eine Echse sezieren und das dann mit sieben auf mein erstes Opfer übertragen. Oder eher...mein drittes.
Ich habe die Gefühle anderer Menschen nie verstanden. Empathie war für mich immer gleich dem Wahnsinn, den man mir nachsagt. Aber kommen wir später dazu, bleiben wir noch ein wenig bei Onkel, Tante, Kuchen und Kaffee. Wenn ich mich nicht mit irgendwelchen Büchern über Anatomie oder die Gräueltaten anderer Künstler beschäftigte oder meine Eltern in ihrem Rausch analysierte, war ich bei ihnen und ich muss sagen, dass sie mir sehr dabei geholfen haben, der Mensch zu werden, der ich heute bin. Durch sie habe ich sehr früh gelernt, mich zu verstellen und den Anschein eines normalen Kindes zu erwecken. "Ja, Tante Greta, ich möchte gern noch ein Eis!" du dumme minderbemittelte Fotze. "Aber natürlich möchte ich in den Zoo mit dir, Onkel Maik." und hoffentlich kriegen die Tiger heute Lebendfutter. Man spricht ja immer von diesen Wunderkindern, die mit drei Jahren Vivaldi im Staub stehen lassen. Ich bin auch so eines, aber von der anderen Sorte. Ich hatte schon immer einen Sinn für das Ungewöhnliche und eignete mir die Verhaltensweisen anderer Menschen schnell an. Und ich würde mich durchaus als hyperintelligent bezeichnen. Immerhin konnte ich mit sechs eine Echse sezieren und das dann mit sieben auf mein erstes Opfer übertragen. Oder eher...mein drittes.
Sie wundern sich sicher bereits, warum meine liebenden Verwandten mich nicht aus diesem Loch von Elternhaus geholt haben. Nun, das war nicht nötig. Als ich merkte, dass meine Zeit gekommen war, habe ich das getan, was jedes Kind wie ich tun würde: Die Störfaktoren ausschalten und mich dort absetzen, wo niemand mit einem Mörder rechnete. Es war ganz leicht. Einfach meinen Eltern im Vollrausch eine Spritze voll Luft in die Adern drücken, das war wohl am effizientesten. Ich bin heute noch stolz auf mich. DAS war Kunst. Das Kind bringt die Eltern mit ihren eigenen Spritzen um und niemand hat auch nur den Hauch eines Verdachts. Heute würden viele das als logisch ansehen. Aber ich schweife wieder ab. Erstes Aufsehen erregte ich, als ich ein anderes Kind mit einem Stein blutig schlug. Niemand nahm es mir übel, weil meine Eltern Junkies waren und meinen Arsch vermutlich für Drogen verkauft haben. Jajaja, das Übliche. Aber das war nicht die Wahrheit. Man sollte trotzdem anmerken, dass es von Anfang an glatt lief. Wenn Perfektion exisitert, dann in meiner Lebenslinie.
Jedenfalls lebte ich so vor mich hin und erkundete meine neue Umgebung. Ein nicht ganz normales Kind, das trotzdem nur lieb gemeinte, mitleidige Blicke bekam, wenn es ein Auto zerkratzte oder mit Steinen warf. Klar hielt man mich für geisteskrank, aber es wusste ja auch niemand Bescheid. Die Wohngegend meiner neuen Familie war nahezu grandios geeignet, um mein erstes Opfer zu finden. Ein altes, verlassenes Haus, abgelegen am Waldrand...jajaja, Klischee. Und ein vertrauensvolles, kleines Mädchen auf dem Spielplatz. Ich spare mir die Details für eine andere Sitzung, aber sagen wir mal, dass mehr Blut in einem sechs Jahre alten Mädchen steckt, als man denken will. Sie hatte Angst vor dem Haus, aber...ich kann sehr überzeugend sein, müssen sie wissen, Dr. Naumann.
Jedenfalls lebte ich so vor mich hin und erkundete meine neue Umgebung. Ein nicht ganz normales Kind, das trotzdem nur lieb gemeinte, mitleidige Blicke bekam, wenn es ein Auto zerkratzte oder mit Steinen warf. Klar hielt man mich für geisteskrank, aber es wusste ja auch niemand Bescheid. Die Wohngegend meiner neuen Familie war nahezu grandios geeignet, um mein erstes Opfer zu finden. Ein altes, verlassenes Haus, abgelegen am Waldrand...jajaja, Klischee. Und ein vertrauensvolles, kleines Mädchen auf dem Spielplatz. Ich spare mir die Details für eine andere Sitzung, aber sagen wir mal, dass mehr Blut in einem sechs Jahre alten Mädchen steckt, als man denken will. Sie hatte Angst vor dem Haus, aber...ich kann sehr überzeugend sein, müssen sie wissen, Dr. Naumann.
Nachdem wir endlich drin waren, ging es recht schnell. Ich stach ihr mit einer Glasscherbe in den Hals und zauberte ihr ein zweites Lächeln. Von einem Ohr zum Anderen. Dieser Blick...dieses Entsetzen und die Todesangst. Diese Frage in ihren Augen. "Was passiert hier? Warum passiert es?" Es war wundervoll. Und als sie ausgeblutet war, muss ich nur noch die Scherbe säubern und abhauen. Einen Täter gab es für die Familie nie. Wer vermutete auch ein Kind? Ihr Leid war auf gewisse Art und Weise sogar noch schöner anzusehen als die Kleine Träne, die ihren röchelden Mund berührte, als sie starb. Ups...eigentlich wollte ich die Details aussparen, oder? Aber sein wir mal ehrlich. Kunst lässt sich nicht kurz fassen. Als ich dann also das erste Mal wirklich echtes Menschenblut auf der Haut spürte, legte das den Schalter wohl komplett um und seither habe ich nichts anderes mehr getan. Natürlich nicht täglich. Ich bin nicht einer dieser planlosen Serienkiller, die wie besessen im Blutrausch ein paar Leute abschlachten und sich dann die Kugel geben. Die Kugel gab ich bis jetzt nur zwei Menschen. Ja, sie ahnen es. Ich sehe es in ihrem Blick. Aber Maik und Tanja waren zu wichtig, um sie umzubringen. Jemand hätte Verdacht geschöpft und das konnte ich mir nicht leisten. Nein, mein nächster Mord brauchte immerhin drei Jahre der Observation und Planung. Ich war noch nicht in der Lage, frei nach meinem Willen zu töten.
Also musste ich mich drei Jahre lang mit Tieren abfinden. Aber der Künstler erschafft eben auch aus der Leidensphase heraus. Dafür war der nächste Mord wieder sehr viel kunstvoller. Ich war mittlerweile Zehn und weitaus sauberer, was die Durchführung anging. Ich habe viel gelesen, über Anatomie und Psychologie. Alles, was ich wissen musste. Erstaunlich, nicht? Wahrscheinlich bin ich sogar ein besserer Psychologe als sie. Die Bezeichnung Wunderkind ist wirklich passend, finden sie nicht? Ich bin ein Spitzenpredator. Geboren, um die Schwachen zu dominieren und zu tun, was ich will. Aber wo waren wir...ach ja. Die Kugel geben. Das meine ich natürlich nur im Übertragenen Sinne. Die einzige Kugel, die ins Spiel kam, war eine aus Papier, die ich meinem Opfer bis zum Würgen in den Hals schob, damit er nicht schreien konnte.
Ich hatte es die Jahre über geschafft, mir einen Freund zu beschaffen. Paul Hegerein war ein einsames Kind. Deswegen hing er wohl so an mir. Ein bemittleidenswerter Tropf. Und alles, was ixh bedauere, ist, dass nicht ich es war, der seine Eltern erledigen durfte. Er lebte also bei seiner Großmutter und war der Inbegriff von Mamasöhnchen. Die beste Zeit seines Lebens hatte er wohl mit mir. Ich habe ihn ständig mitgenommen auf meine Erkundungstouren und ich habe wohl auch das eine ums andere Mal dafür gesorgt, dass diese Null sich einnässte. Aber ich habe ihn vor den anderen beschützt. So, wie ein Löwe eben auf seine Beute audpasst. Sagen sie mal...ist es überheblich, mich mit einem Löwen zu vergleichen? Typisch also...nun gut. Ich hatte auch eine ganz gute Zeit mit ihm. Wollen sie wissen, wie ich es getan habe? Ja? Wir waren mal im Wald zelten. Er war bereits dreizehn und somit alt genug. Maik ließ es zu, immerhin war es ja nicht weit von zuhause weg. Tanjas Schlafstörungen kamen mir hier gelegen. Und wissen sie...oh, was sagen sie da? Die Sitzung ist um? Das ist aber sehr schade, Paul. Woher ich ihren Vornamen kenne, fragen sie? Hm...tjah, leider ist die Sitzung vorbei. Tut mir schrecklich leid. Aber vielleicht sollten sie mal ihre Tochter anrufen. Ich lerne meinen Doktor gern kennen, bevor ich ihn besuche, wissen sie? Sie sind ja so blass. Und warum schreien sie denn so? Jajaja...die Gefühle der Menschen waren mir immer ein Rätsel. Aber das ist ja auch ihr Spezialgebiet. Immerhin sind sie der Arzt, nicht wahr? Schlafen sie gut, wir sehen uns am Mittwoch wieder. Ich freue mich darauf.
Aber eins muss ich anmerken. Ein hübsches Metronom haben sie da auf ihrem Tisch stehen. Wirklich...sehr schön anzusehen...
Aber eins muss ich anmerken. Ein hübsches Metronom haben sie da auf ihrem Tisch stehen. Wirklich...sehr schön anzusehen...
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Hallo, liebe wartende Leser! Na, kommt euch hier was bekannt vor? "Das Metronom" kam wirklich sehr gut an und ich fänd es sehr schade, diese Geschichte als Einzelwerk stehen zu lassen. Daher habe ich entschieden, daraus vielleicht etwas Größeres zu machen. Mal sehen, was es wird. Auf jeden Fall wünsche ich euch wie immer viel Spaß beim Lesen.
Bis dann,
Maexwell
Hallo, liebe wartende Leser! Na, kommt euch hier was bekannt vor? "Das Metronom" kam wirklich sehr gut an und ich fänd es sehr schade, diese Geschichte als Einzelwerk stehen zu lassen. Daher habe ich entschieden, daraus vielleicht etwas Größeres zu machen. Mal sehen, was es wird. Auf jeden Fall wünsche ich euch wie immer viel Spaß beim Lesen.
Bis dann,
Maexwell

Oh man, wie geil! Also doch eine gewisse Fortsetzung für die Kurzgeschichte "Das Metronom", bei dem ich eine Fortsetzung erwartet habe!
AntwortenLöschenDer Kerl ist ja mal völlig krank?! Das alles liegt aber nur an den Eltern, kein Zweifel. Ich hatte Spaß, diese Geschichte zu lesen. Gibt es eine weitere Sitzung?
Achte übrigens auf den Unterschied zwischen sie und Sie/Ihr. Durch den Kontext konnte ich verstehen, wann der Arzt gemeint war und nicht jemand anderes. :D
Ach, und...es liegt nicht an den Eltern. So viel sei gesagt. :P
LöschenEs wird noch zwei Sitzungen mit anderen Charakreren geben. Jeder bekommt eine eigene Persönlichkeit und seine eigene Psyche, die ihn von den anderen unterscheidet. Doktor Naumann wird auch mal Protagonist sein, denke ich. Und dann werde ich eine Geschichte darum erschaffen. Aber...bis dahin dauert es noch. :P Wie immer danke für das Feedback!
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