Dienstag, 21. April 2015

Eddie Gluskin's Tagebuch - Dritter Eintrag

Sie zogen sich aus. Ich sah sie seitdem nie wieder mit Kleidung am Körper. Und auch sonst niemand. Erst wurde ich verprügelt. Hart, erbarmungslos. Ich kannte Schmerz, er war nicht neu für mich und nichts im Vergleich zu dem Seelenschmerz den ich jede Sekunde erlebte, in dem ich von Lizzy getrennt war. Danach…beschmutzten sie mich. Mit ihrem ekelhaften Sabber. Es war nicht der Schmerz, der mich störte. Es war ihr Schmutz. Sie benutzten den Körper, den nur Lizzy berühren sollte. Und zwar jeden Zentimeter. Ich ließ es über mich ergehen. Auch das passierte nicht zum ersten Mal in meinem Leben. Dies geschah nun zwei bis drei mal wöchentlich. Was man ansonsten mit mir trieb, war weitaus schlimmer. Nach zwei Wochen schloss man mich an eine Maschine an, zusammen mit anderen Patienten. Es waren wirklich schöne Ärzte dabei. Sie ließen mich die Scham der vorhergegangenen Tage kurzzeitig vergessen. Man spritzte mir regelmäßig ein Mittel, welches mir zum Entspannen dienen sollte. Danach steckte man Schläuche in mich. Man schloss Nadeln und Kabel an meinen Kopf an und schoss elektrische Impulse durch meinen Körper. Ich wusste nicht, wozu es dienen sollte. Es war die reinste Folter, aber ich tat es für Lizzy. Nur drei Monate hatte man mir gesagt. Dann hätte ich meinen Sold erfüllt. Wir alle saßen mit dem Rücken zu einer großen Kuppel, die aus Glas zu sein schien. Darin waberte schwarzer Nebel, mehr war nicht zu sehen. Regelmäßig starben Menschen bei dieser Prozedur, einem platzte direkt neben mir der Schädel, anscheinend war die Spannung zu hoch. Ich genoss den Geruch seines warmen Blutes, es traf mein Gesicht und fühlte sich wunderbar an. Wie eine sanfte Berührung. Metallisch, es roch nach Liebe. Hätte man mir das Relaxan nicht gegeben, ich schwöre, meine Hose wäre aufgesprungen.  Ich kannte auch die anderen Gerüche. Die von Exkrement und Urin, gemischt mit Schweiß und bittersüßen Tränen. Ich begann, es zu genießen. Diese Sitzungen hatten einen angenehmen Touch und waren ein willkommener Ersatz für Lizzys Berührungen.

Die Beschmutzung meiner Seele hingegen wurde jedes Mal lästiger. Unangenehmer und ich fühlte mich nur noch schmutzig. Irgendwann verbot man mir, danach zu duschen. Das war schlimmer als alles andere. Und so musste ich mir den Schmutz von der Haut kratzen. Einmal haben sie mein Gesicht ziemlich heftig bearbeitet, weswegen ich mir ein Stück meines Gesichtes herausbrennen musste. Die Glühbirne in meiner Zelle war dafür gerade heiß genug. Ich ertrug es. Und wenn Lizzy mich liebte, würde sie die Narben ertragen, so wie ich den Schmerz ertragen habe. Ich würde sie bald wiedersehen. Schon sehr bald.


Danke an Zuchi für dieses geniale Bild. <3

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