Montag, 19. Oktober 2015

La petite mort

Die Nacht  liegt schweigend auf der Stadt
Hüllt sie in ein schweres Schwarz
Geflutet vom Licht der kalten Laternen
Und lang schon verlassen von allen Sternen.

Der Junge fürchtet schon lange die Nacht
Weckt das Monster, das sie aus ihm macht
Er grinst, während er vor dem Spiegel steht
Bevor er hinaus auf die Jagd nun geht.

Ein dunkler Anzug ziert die blasse Haut
Seine Schritte klingen auf dem Asphalt so laut
Sein Atem liegt ruhig in der Abendluft
Da wittert er schon ihren süßen Duft.

Ein junges Mädchen, gerade erst Frau
Stellt sich auf dem Bordstein zur Schau
Gehüllt in Parfum und blutrote Lingerie
Weckt sie seine unstillbare Gier.

Blondes Haar, die Lippen wie Pfirsich
Eisige Augen, so jung und zerbrechlich
Ein verführender Busen, noch unverbraucht
Zwinkert, während sie ihm entgegenhaucht.

Er nimmt ihre Hand, sie hat ihn verstanden
Gemeinsam verschwinden sie in den dunklen Gassen
Hinauf zum eisig kalten Zimmer
Vom Mond beleuchtet im eis'gen Schimmer.

Sie lächeln sich an und geben sich hin
Zeigen die Tiere, die sie wirklich sind
Alle Kleidung fällt schwer zu Boden
In seinen Augen, das gewohnte Lodern.

Dort liegt sie nun nackt und in Ergebenheit
Verzaubert von seiner Zärtlichkeit
Hand und Fuß gefesselt mit Seide
Sein Blick wandert gierig vom Haar bis zur Scheide.

Der Akt dauert Stunden und doch so schnell
Noch immer scheint der Mond so hell
Sie haben sich in ihrer Gier verloren
Einen kurzen Moment sind beide gestorben.

Sein Atem wird schnell und animalisch laut
Dort liegt sie still, er streicht ihre Haut
Im Mondlicht blitzt die Klinge hell auf
So nimmt das Schauspiel seinen Lauf.

Er kniet sich neben sie an das Bett
Weckt sie sanft und lächelt kokett
Ihre Lippen treffen sich ein letztes Mal
Er zittert, doch hat keine Wahl.

Vom Küssen des Wortes sanft bestohlen
Erstickt ihr Schrei zu seinem Wohle
Ein Stich färbt das Laken in dunkles Rot
Der letzter Atemzug vorm kleinen Tod.

Ein letztes Mal vergnügt er sich mit ihr
Stillt zum letzten Mal seine Gier
Schreiend und mit Tränen im Gesicht
Legt er sich auf sie mit allem Gewicht.

Und so stirbt auch er ein kleines bisschen
Tief in ihr und auf blutigen Kissen
Das Monster geht mit dem Sonnenschein
Und lässt ihn bis zur Dämm'rung allein.

Die Nacht ist das große Sterben des Lichts
Hier zeigt jeder sein wahres Gesicht
La petite mort, der kleine Tod, unsere Sucht
Unsere Sünde, das Verderben, die größte Lust.



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Hibbedihallo meine lieben Leser und nein, das tue ich nie wieder...egal. Heute wieder ein wenig Poesie von mir. Ich entdecke in letzter Zeit in meinem kleinen Mind-Palace immer mehr alte Ideen, die nach Umsetzung schreien! Ich hoffe, dass euch auch dieses Werk gefällt. Dieses mal ein wenig düster und kalt.

Ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesen! 

Bis dann, 
Maexwell


4 Kommentare:

  1. Das gefällt mir außerordentlich gut.
    Du schreibst nicht zufällig auf Wattpad, oder?
    Wirklich, großartig, irgendwie mag ich düster und ungebändigt, idk.
    cheers, holly

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    1. Nope, ich schreib nicht auf Wattpad. Was genau ist das eigentlich? :o

      Und danke für das Feedback! Das bedeutet mir echt viel!

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    2. Oh, wie schade. Das ist eine Seite, auf der man schreiben kann und die Texte hochladen, die Sachen anderer Leute lesen, für sie voten und kommentieren kann. So in Buchform halt^^
      Man lernt total interessante Leute kennen, wenn man seine Weg durch die 1D FF's gefunden hat :D

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    3. Hm...vielleicht probiere ich's mal aus. Danke für den Tipp. :)

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