Samstag, 23. Januar 2016

Die Kinder von Silent Hill - Nachtfahrt

Ich saß noch fast eine Stunde dort. Zusammengekauert auf meinem Boden, dachte ich an die Worte die mir durch den Kopf hallten, gefangen in Mondschatten, die kälter waren, als jede eiserne Kette es hätte sein können. Der Raum um mich verschwand und für eine Sekunde hätte ich schwören können, dass dünner Nebel unter meinem Türschlitz hervorkroch. Es hätte mich nicht gewundert, zur Not kommt Silent Hill eben auch zu dir. Ich erinnerte mich an diesen Vorfall in South Ashfield Heights...die 19 Opfer. Und dieser Junge, ein anderes Kind der Hölle. Walther Sullivan...bei dem Gedanken an dieses Kind fühle ich mich, als würde mir der Schädel platzen. Sie haben damals in diesem einen Arpartement sein Blut gefunden. Literweise. Und überall roch es nach Leiche, nach Tod. Ich kannte diesen Geruch. Doch...eine Leiche wurde nie gefunden. Diese Geisterstadt...ich hätte wissen müssen, dass ich nicht entkomme und dass ich für meine Rückratlosigkeit hart bestraft werden würde. Härter, als ich es jemals im Heim oder in diesem grausamen Gefängnis erlebt hatte. Langsam lichtete sich der Nebel in meinem Kopf und nachdem ich die Kraft und die Kontrolle in meinen Gliedern wieder entdeckt hatte, stand ich auf. Ich ging schnurstracks in mein Schlafzimmer zurück und zog mich an.

Ich brauchte fast zehn Minuten, um mir einen Stiefel zu binden. Meine Hände waren nass vom kalten Schweiß, doch innerlich kochte ich vor Wut und Angst. Wer in diesem Ort geboren wurde, war verdammt von der ersten Sekunde an. Mit dem ersten Atemzug atmet man das Böse dieses Ortes ein und ist auf ewig verdorben. Wenn es eine Hölle gibt, dass ist es diese Stadt und sie kennen viele Wege, Satan auf diese Welt zu bringen. Die 21 Sakramente, Kinder verbrennen, Menschen foltern und opfern...und jede ihrer Gräultaten bringt einen neuen Albtraum zutage. Manche, solche wie ich, schaffen es, irgendwann, zu fliehen und ein neues Leben zu beginnen. Andere finden in dieser Stadt ihr Zuhause. Finden die Antworten auf die Fragen, die niemals gestellt werden sollten. Ich suchte alles zusammen, was ich brauchte. Meine Mossberg 590 Pump-Action Flinte, die immer in meinem Wagen lag und genug Munition für eine acht-Mann-Razzia sowie meine treue HK USP 45 mit montierter Taschenlampe. Ich weiß noch, wie mein Police Sergeant mich fragte, warum ich mich gerade für eine Kaliber 45 entschieden hätte. Eine 9mm wäre doch viel präziser und hätte weniger Rückstoß aber ich fühlte mich mit dieser Waffe einfach wohl. Mit zittrigen Händen füllte ich 5 Magazine, eines lud ich direkt danach durch, als würde ich wissen, dass ich sie jeden Moment brauchen würde. Meine Uniform plus Kevlarweste ließen meinen zierlichen Körper breiter aussehen, als er in Wirklichkeit war. "Immer den Anschein erwecken.", hatte mein Sergeant mir immer gesagt. Ich überlegte, ob ich ihn anrief, damit er mir half aber wahrscheinlich hätte er mich für verrückt erklärt. Außerdem konnte ich nicht riskieren, dass er dort starb. Ricky James war ein alter, schwarz-grauhaariger Bulle mit erfahrenen Augen und einer tiefen Narbe vom Ohr bis zum Schlüsselbein. Er hatte Anderes, Besseres zu tun als wegen mir zu sterben. Als mit mir zu sterben. Zuletzt packte ich einen kleinen Rucksack. Wasser, Essen, Batterien und ein Amulett, welches das Zeichen des Ordens trug. Und das Foto meiner Schwester. Ich hatte das Gefühl, dass es wichtig werden könnte, es dabei zu haben. Ohne zurück zu blicken fuhr ich davon, ohne zu wissen, wo ich lang musste. Aber das war auch gar nicht wichtig. Silent Hill würde mich finden. Egal, wo ich war.

Die Straßen waren seltsam frei. Fast drei Stunden lang fuhr ich auf der Landstraße, bis ich den Highway erreichte. Der Himmel war sternenklar, der Mond leuchtete hell und zeigte sein volles Antlitz. Ich wusste nicht, wieso, aber sein Licht gab mir wesentlich mehr Sicherheit als die Scheinwerfer meines Pickups. Der Regen der letzten Tage hatte die Straßen glänzen lassen und wie hypnotisiert klebten meine Augen auf der Straße. Ich wusste nicht mehr, wie lange ich gefahren war. Es kommt mir noch heute vor, als hätte ich geschlafen. Vielleicht habe ich das sogar, ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass das Amulett in meiner Hosentasche zu glühen begann. Es war heiß, brennend heiß und leuchtete rot auf. Aber es fraß sich nicht durch meine Hosentasche, ließ den Stoff unberührt. Und dann sah ich, dass wie aus dem Nichts das Foto meiner Schwester auf dem Beifahrersitz lag. Ich wusste nicht, wie es geschehen war. Es lag einfach da, meine Schwester grinste mich an und mir fuhr ein Schauer über den Rücken. Doch das war nichts im Vergleich zu dem Moment, in dem ich die Nebelwand sah, die wie aus dem Nichts vor meinen Augen erschien.

Ich bin zuhause.


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Hallo! Da bin ich mal wieder mit einem neuen Post aus meinem neuen Projekt "Die Kinder von Silent Hill". Ich weiß selbst nicht, was passieren wird, deswegen ist das Schreiben für mich wahrscheinlich genauso spannend wie das Lesen für euch, falls es euch gefällt natürlich! Ich lasse mich hierbei von meinen düsteren Gedanken leiten und freue mich schon auf dieses neue Abenteuer!

Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr momentan ein Interview lesen, dass die Bloggerin Zuchi mit mir geführt hat. Hier nochmal der Link: http://zuchis-space.blogspot.de/

Wie immer wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

Bis dann,
Maexwell.

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