Mittwoch, 20. April 2016

Gefühlstagebuch - Allein sein

Ein dumpfes Rauschen hämmert mir von weit her durch den Kopf. Um mich herum, Schatten. Gestalten ohne feste Form und ohne abgrenzbare Züge. Ich...schwebe. Schwerelos durch einen Wald aus undefinierbaren Formen, gefüllt von Geräuschen, deren Ursprung ich nicht auszumachen vermag. Keine Bäume zieren meinen Weg, und kein Vogel ist zu hören.

Ich schließe die Augen. Nichts als Schwärze umhüllt meinen Blick. Ich fühle mich warm, kalt, habe Angst und bin doch geborgen. Warum? Was ist dieses Gefühl? Alles ist so...undefinierbar. Nicht greifbar und es raubt mir den Verstand. Jegliches rationale Denken verliert seinen Wert und meine Fantasie ist unaussprechlich geworden.

Meine Schritte hallen schwer und hinterlassen tiefe Spuren in den Gründen meiner Welt. Jede Bewegung zeichnet sich ab, schlägt eine Taste an und erzeugt einen Ton. Mal schief, düster, tief und kalt und dann wieder lieblich, zart, euphorisch. Und mein Kopf tanzt dazu, frei von jeglicher Eigengewalt entfliehen mir meine Gedanken in die riesengroße Leere.

Ich bin unzufrieden mit allem und wünsche mir nichts anders, als es jetzt ist. Ich kann nichts wirklich greifen und klammere mich doch an alles, was greifbar ist. Lasse mich in die Ferne ziehen, doch bin trotzdem gefangen. Ich bin angekettet, und trotzdem bin ich nie wirklich hier. Meine Welt ist ein Paradoxon ohnegleichen und ich habe die Kontrolle verloren.

Alles stört mich und ich reiße mich los. Das Vibrieren meines Handys treibt mich in den Wahnsinn und die Menschen um mich herum...ihre Stimmen...wie Ratten, die an der Innenseite meines Schädels scharren. Ich muss allein sein. Doch allein fehlt mir mein Anker, und ich versinke in der endlosen Schwärze meines Geistes. Umgeben von nichts als mir selbst.

Wollte ich das nicht immer? War es nicht immer das, was ich wollte? Einfach einmal...einsam sein? Wenn alle Menschen um mich herum zu undefinierbarer Gestalt sich wandeln? Ich mich durch den Wald aus Menschen bewege, der diese Welt bewohnt? Mit meinen Gedanken allein sein und mich ihnen ergeben? Etwas daraus formen, ohne, dass jemand mich dabei stört? Spuren hinterlassen und trotzdem immer ungebunden sein? Frei sein und tun, was ich möchte? Gehen, wohin es mich zieht? Mein Handy einfach ausschalten und es in die Ecke werfen?

Ich bin einsam. Und doch...bin ich nicht allein. Mich umgeben so viele Menschen, die mich lieben und niemand weiß um meine innere Unruh, die sich immer wieder selbst aus dem Gleichgewicht bringt. Ist es nicht das, was ich immer wollte? Warum hilft es mir dann nicht dabei, ich selbst zu sein? Ich schreibe diese Zeilen zu düsterer Musik und fühle nichts dabei. Alles, was ich spüre, sind die Gedanken, die durch meine Fingerspitzen auf den sich immer weiter füllenden Bildschirm gleiten.
Irgendetwas drückt auf meine Lebensader und meine Musik wird langsamer. Jeder Tastenschlag steht für sich und nichts hat mehr einen Zusammenhang.

Ich öffne die Augen.

Und bin allein.

Und das wollte ich doch immer, oder?


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Hey, liebe Leser.
Heute nur ein kleines Geschreibsel von mir. Ich hoffe, ihr verzeiht, dass es momentan ein wenig stockend voran geht. Sobald ich kann, führe ich Silent Hill weiter.

Euer Maexwell

2 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Sehr schön auf den Punkt gebracht, wie du dich fühlst, wenn du allein bist, und dir bewusst bist, dass es Leute gibt, die dich lieben. Eine Art Dilemma. Hmm, ich kann's nicht beschreiben.

    Was darf's denn sein, damit dich die Dinge nicht mehr stören?

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