Montag, 25. April 2016

Gefühlstagebuch - Abgrund

Ich kann es fühlen. Das Bröckeln hören. Jeder kleine Stein, der meinen Abhang hinab rollt. Aber da war nie ein Abhang, nie ein solcher. Da war mal ein Loch. Da war mal eine Grube. Aber...es ist eine Klippe geworden und ich stehe an ihrem Rand. Niemand kann es so richtig verstehen. Gestern wurde sogar ein Streit mit mir darüber angefangen, dass ich ja so anders geworden sein. Dass man enttäuscht davon sei, wie abweisend und kalt ich sei und ich war nicht mal wütend. Weil ich keine Emotionen zeigen kann. Es geht einfach nicht. Diese Bausteine Wut, Hass, Liebe, Freude...sind ebenfalls aus den Mauern meines Schlosses gebrochen und mein Geist versucht verzweifelt, sie wieder einzubauen. Doch an ihrer Stelle ist nun Eis. Kaltes, hartes, unnachgiebiges Eis.

Ich hatte letzte Nacht einen Traum, der mich ein wenig vernichtet hat, weil ich sofort begriffen habe, was er bedeutet. Es war ein Traum von einem Neuanfang mit einem Menschen. Und das ist der Selbstrettungsmechanismus meines Kopfes, um mich vor weiterem Schaden zu bewahren. Betteln und knien, um weiterem Schmerz zu entgehen und dass ich wieder an diesem Punkt ankomme, an dem mein Kopf sich selbst helfen will, indem er mir Streiche spielt, ist ein seltsames Gefühl. Scheiße, ich glaube, dass keines meiner Worte auch nur irgendeinen Sinn ergibt.

Ich fühle mich leer und kalt. Alles, was mich über Wasser hält, ist die Gewissheit, dass der Tag irgendwann endet und dass wenigstens der Sommer ein paar schöne Tage bereit hält. Ich hoffe, dass ich bis dahin durchhalte und ein paar liebe Menschen mir helfen können, meine Mauern neu zu errichten, aber bis jetzt schwinden meine Hoffnungen. Sie werfen sich lachend die Klippe hinab und manchmal wünsche ich mir auch den freien Flug. Alle denken, es läge an der Trennung oder an ihr und Dingen, die sie betreffen, aber das ist es nicht. Im Gegenteil, diese Sache ist nur die Kette, die mich an all das bindet, was das Gewicht ausmacht, welches schwer an meinen Füßen hängt. Und ich selbst stehe hinter mir, bereit, mir den letzten Stoß zu geben. Ich kann den Burnout spüren. Er steht dort unten und ruft nach mir. Ich soll mich der Einsamkeit und dem Wahnsinn ergeben. Aber...dazu bin ich nicht bereit und ich will es nicht tun. Ich will nicht aufgeben.

Ich glaube, dass so langsam eine Therapie ratsam wäre. Aber bis dahin werde ich versuchen, diesen Knoten selbst zu lösen. Ich halte euch auf dem Laufenden.


________________________________________________________________

Hey, liebe Leser.
Ich denke, ich werde hier raus etwas festes formen. Das alles festzuhalten tut mir gut und vielleicht hilft es mir ja auch.
Eventuell findet sich ja auch unter euch jemand, der mir irgendwelche Ratschläge geben kann.


Ich hoffe, dass ihr auch diese weniger Storybasierten Texte gern lest. Wenn nicht...tut es mir leid.

Bis dann,
Maexwell.

3 Kommentare:

  1. @ crawlouttothefalloutbaby , kannst ja mal schreiben wenn du magst.

    AntwortenLöschen
  2. Ich finde es sehr bemerkenswert von dir, dass du trotz am Rande des Aufgebens noch tatkräftig durchhältst und von diesem Fall entkommen WILLST (es aber, wie es scheint, noch nicht kannst?). Du wirst es aber noch können, daran glaube ich wirklich sehr. Ich finde es gut, dass du deine Gedanken aufschreibst, um all diese Welle von Gefühlen zu verarbeiten. Das tut echt gut. Und ich als Leser spüre auch Empathie für dich. Was dich eiskalt gemacht hat, das weiß ich noch nicht. Dafür lese ich deinen Blog weiter. Jedenfalls gibt es das Licht am Ende des Tunnels. Du scheinst mitten im Tunnel zu sein und dir scheint es gerade auf dem Weg aussichtslos zu sein, weil du das Ende ja noch nicht siehst. Das kann keiner. Gib aber nicht auf and move on! Als deine Leserin bin ich für dich da, falls du dein Herz ausschütten möchtest.

    AntwortenLöschen